Kürassier-Regiment Duis 1989

Die Geschichte des Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4

 

Unter König Freidrich Wilhelm I. in Preußen wurde aus entlassenen Truppen des Königs August II. von Polen, Kurfürst von Sachsen durch A.K.O. vom 19. April 1717 das "Dragoner-Regiment von Wuthenow" gebildet. Aus diesem Regiment, das mit den jeweiligen Chefs auch seinen Namen wandelte, ging das "Kürassier-Regiment Nr. 4" (27. Mai 1819) hervor. Ebenfalls gingen aus diesem Stamm-Regiment die 3. und 5. Kürassiere und das Dragoner-Regiment Nr. 1 hervor.

Am 10. März 1823 erhielt das Regiment die Bezeichnung "4. Kürassier-Regiment Nr. 4", am 4. Juli 1860 die Benennung "Westfälisches Kürassier-Regiment Nr. 4" und durch A.K.O. vom 27. Januar 1889 die letzte Benennung "Kürassier-Regiment von Driesen (Westf.) Nr. 4". Das Regiment stand ab 1817 ununterbrochen in Münster/Westfalen in Garnison.

Das Stamm-Regiment erhielt seine Feuertaufe in den beiden Schlesischen Kriegen 1741 und 1744/45, insbesondere zeichnete es sich aus in der Schlacht bei Hohenfriedeberg am 4. Juni 1745. Im Siebenjährigen Krieg 1756 bis 1763 erlitt das Regiment hohe Verluste in den Schlachten bei Zorndorf und Kunersdorf (25. August 1758 und 12. August 1759). In den Befreiungskriegen 1813/15 nahm das Regiment an zahlreichen Gefechten teil und rückte am 7. Juli 1815 in Paris ein, wurde dann der Besatzungsarmee in Frankreich zugeteilt und bezog 1817, inzwischen "Westfälisches Dragoner-Regiment Nr. 2" benannt, in Münster, Hamm, Dortmund und Coesfeld Garnison.

Im Jahre 1833 wurde das Regiment nach Schlesien verlegt, um gegen die Aufständischen in Polen eingesetzt zu werden. Der gleiche Einsatz erfolgte gegen die Aufständischen in Baden. Im Feldzug gegen Dänemark 1864 wurde lediglich die 4. Eskadron des Regiments als Stabswache zu GFM v. Wrangel kommandiert. Im Feldzug gegen Österreich 1866 war das Regiment der Main-Armee zugeteilt und operierte im südeutschen Raum. Im Feldzug gegen Frankreich 1870/71 nahm das Regiment an den Attacken bei Vionville und Mars la Tour teil (16./18. August 1870). Am 17. Juni 1871 zog es wieder in Münster ein.

Nach der Mobilmachung zu Beginn des ersten Weltkrieges rückte das Regiment Anfang August 1914 nach Westen aus, stieß durch Belgien auf Paris vor und nahm an der Marne-Schlacht teil. Nach dem Rückzug Anfang September 1914 wurde es an die Aisne verlegt und im Stellungskampf in Flandern eingesetzt. Im November 1914 erfolgte die Verlegung an die Ostfront. In Russisch Polen und Rußland war es bis März 1918 im Einsatz, teils als Kavallerie im Bewegungskrieg, teils als Schützen im Stellungskampf. Im Frühjahr 1918 wurde das Regiment wieder in den Westen verlegt, im Rahmen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division als Kampfeinheit im Grabenkampf ausgebildet und ab Mai 1918 infanteristisch in den großen Abwehrschlachten bis Ende des Krieges und bei den Rückzugskämpfen vor der Antwerpen-Maas-Stellung eingesetzt.

Nach dem Rückmarsch in die Heimat traf das Regiment am 7. Dezember 1918 in Potsdam ein und nahm am 10. Dezember 1918 am Einzug der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in Berlin teil. Ein großer Teil des Regiments wurde entlassen, der Rest zum Schutz des Regierungsviertels in Berlin eingesetzt. Am 18. August 1919 rückten die Reste des Regiments wieder in Münster ein. Die Kürassiere traten zum Reichswehr-Schützen-Regiment Nr. 3 als II. Bataillon über. Die 3. Eskadron wurde wieder beritten und bildete später die Traditions-Eskadron, die 6. Eskadron des Reiter-Regiments Nr. 15 in Münster.

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